Telefon: 034 530 14 59 Email: mail@schreinersicht.ch Datenschutz Impressum
Fach-Info

Holz in neuen Sphären

Der finnische Satellit WISA Woodsat mit einem Gehäuse aus Birkensperrholz. 
Japanisches Gegenstück: Welche Holzart verwendet wird, bleibt zur Zeit ein Geheimnis. 
Solarzelle vor und nach dem Einschlag eines millimetergrossen Weltraumschrottteils. 

Das japanische Unternehmen Sumitomo Forestry entwickelt einen Satelliten mit einer Hülle aus Holz statt Aluminium. Dieser soll bis 2023 fertiggestellt sein. Mithilfe der Holzhülle will man gefährlichen Weltraumschrott künftig reduzieren. Sie verbrennt beim Eintritt in die Erdatmosphäre schneller und gibt dadurch das Satelliteninnere frei. Im besten Fall verglüht so der komplette Satellit.   

 

Mit der gleichen Idee – aber wesentlich schneller in der Umsetzung – sind jetzt die Finnen am Start. Bereits im Herbst 2021 soll deren Holz-Satellit WISA Woodsat mit einer Rakete in die Umlaufbahn gebracht werden und auf einer Höhe von 500 bis 550 Kilometern die Erde umkreisen. 

«Houston, wir haben eine Lösung»

Gesponsert wird das finnische Projekt von UPM Plywood, Finnlands grösster Sperrholz-Produzentin. Was durchaus als clevere Marketingaktion bezeichnet werden kann, hat einen ernsten wissenschaftlichen Hintergrund. UPM will nämlich beweisen, dass sich fossile Rohstoffe auch in sehr anspruchsvollen Anwendungen durch nachwachsende Holzwerkstoffe ersetzen lassen. Darum wird das verwendete Birkensperrholz über einen längeren Zeitraum extremen Weltraumbedingungen wie Hitze, Kälte, Vakuum und Strahlung ausgesetzt.

 

 

Nano-Satellit mit Selfie-Stick

Der WISA Woodsat ist mit Kameras und Sensoren bestückt. Er misst ungefähr 10 cm x 10 cm x 10 cm und wiegt ein Kilogramm. Neun kleine Solarzellen sorgen für die Energieversorgung. 

Gegen den Knall im All

Wie praxistauglich die Idee mit der Holzhülle ist, wird sich zeigen. Ein Ingenieur der Europäischen Weltraumorganisation ESA formuliert es so: «Ein bisschen kurios - aber nicht komplett abwegig».

 

Weltraumschrott wird zunehmend zu einem Problem. Laut ESA rasen schon jetzt rund 128 Millionen Objekte alleine im Grössenbereich von einem bis zehn Millimeter um die Erde. Und es werden immer neue Satelliten ins All gebracht, um beispielsweise die weltweite Internetverbindung sicherzustellen. Was mit den ausgedienten Satelliten passiert, bleibt meist unklar. (mw)