FachInfo

Magische Hand

 

Die ETH Zürich hat eine Roboterhand entwickelt, die sich selbstständig auf ihren fünf Fingern fortbewegt. Sie vereint Mobilität und Greiffunktion in einem, statt auf getrennte Bein- und Armeinheiten zu setzen. Das Gerät wiegt nur 818 Gramm und funktioniert auf 14 verschiedenen Untergründen, vom Parkett über Metallgitter und Rasen bis hin zum Kiesweg. Nach Stürzen richtet es sich aus eigener Kraft wieder auf.

 

 

Am Ziel angekommen, werden die Beine wieder zu Fingern und greifen, drücken oder verschieben Gegenstände. Sie können zum Beispiel einen Golfball einlochen oder Holzwürfel am richtigen Ort platzieren. Auch das Bedienen einer Tastatur zum Spielen eines einfachen Videospiels meistert die Hand.

 

Basis des Projekts bildet eine kommerzielle WUJI-Hand, die rund 16 000 Dollar kostet. Sie hat 20 angetriebene Gelenke, je vier pro Finger. Entscheidend war die Lösung des Balanceproblems: Es trat bei früheren Prototypen auf, weil sie gleichlange Finger nutzten. Die neue Version ahmt die tatsächlichen Proportionen einer menschlichen Hand nach und kompensiert die asymmetrische Geometrie mit Reinforcement-Learning-Training.

 

Die Ingenieure sehen das Projekt als Machbarkeitsnachweis für modulare Robotersysteme. Für einen kommerziellen Einsatz in der Industrie muss die Zuverlässigkeit noch weiter gesteigert werden. Das Ziel besteht darin, die Konstruktion künftig als abnehmbares Modul für grössere Roboter zu nutzen. Sie soll an schwer zugänglichen Orten Arbeiten ausführen.