FachInfo

Natürlich, aber nicht aus Holz

Pilzmycel soll die Abhängigkeit von langsam wachsenden Harthölzern im Türenbereich reduzieren.  
Farbe und Oberflächenstruktur lassen sich bereits während des Wachstums verändern. 
Der Griff «Moom» wird aus Muschelschalen gegossen und verleiht der Tür eine haptische Note. 

Der Kern dieses Türflügels besteht aus Pilzmyzel. Es handle sich um die weltweit erste in Serie gefertigte Innen- und Schiebetüre dieser Art, sagen die Entwickler. Das dänische Myzelunternehmen Rebound und das Architekturbüro Det Levende Hus haben sich zusammengetan, um ihre Idee voranzutreiben. Das Element ist Teil einer umfassenderen Kollektion biobasierter Türen.

Schnell wachsende Pilze

Rebound kultiviert die schnell wachsende Wurzelstruktur von Pilzen in einer Form und erzeugt so eine stabile, leichte Platte mit schalldämpfenden Eigenschaften. Der Wachstumsprozess ist für die industrielle Produktion ausgelegt und dauert etwa zwei Wochen, was die Türen serienreif macht. Anschliessend werden die Myzelkerne in Rahmen aus Alt- und Restholz eingefasst. So entsteht kaum Materialabfall.

Zusätzliche Verstärkung

Die Tür wurde so konzipiert, dass sie den Baustandards für Einfamilienhäuser entspricht, insbesondere hinsichtlich Feuer- und Feuchtigkeitsbeständigkeit. Eine während des Wachstumsprozesses eingearbeitete biobasierte Schicht versteift die Tür und verbessert den Feuerwiderstand. Dieses Bio-Schweissverfahren sorgt für zusätzliche Verstärkung ohne Klebstoff und ohne weitere Fertigungsschritte.

Verschiedene Oberflächen möglich

Bemerkenswert ist die Anpassungsfähigkeit des Designs. Farbe und Oberflächenstruktur lassen sich bereits während des Wachstums verändern, sodass keine Nachbearbeitung nötig ist. Der aktuelle Prototyp präsentiert sich mit einer glatten, seidigen Oberfläche. Das Material kann jedoch seinen Farbton verändern und für eine wärmere, natürlichere Optik mit einer Tonschicht veredelt werden.