Scharfes Eisen, perfekte Arbeit
Wer schon einmal Holzverbindungen von Hand hergestellt hat wird beeindruckt sein, wie sauber die beiden Teile ineinanderpassen. Das funktioniert aber nur so gut, weil der Verarbeiter beim Sägen bewusst Holz stehen lässt. Anschliessend arbeitet er jede einzelne Fläche der Verbindung nach. Aufgespannte Zulagen bieten dem Stecheisen den nötigen Anschlag für gerade und rechtwinklige Bearbeitungen.
Bei der hier gezeigten Bearbeitung handelt es sich um Kanawa Tsugi, eine der bekanntesten japanischen Holzverbindungen. Sie kann einerseits horizontal verwendet werden, etwa um Balken zu verlängern. Andererseits lässt sie sich auch vertikal einsetzen, zum Beispiel um den unteren Teil eines morschen Pfostens zu ersetzen. Der durchgehende Keil passt beidseitig. Seine Schräge muss also beim Ausstechen des Loches berücksichtigt werden.
Das Video stammt vom japanischen Schreiner Dylan Iwakuni. Er führt die Tradition der alten Holzbearbeitungskunst seines Heimatlandes weiter und hat sich auf handgefertigte Verbindungen spezialisiert. In seinem You-Tube-Kanal zeigt er noch zahlreiche andere japanische Bearbeitungen.

