FachInfo

Älteste Holzwerkzeuge der Welt

Dieses hölzerne Werkzeug nutzten vor 430 000 Jahren Frühmenschen vermutlich zum Graben.  
Welchem Zweck dieses nur gut fingerlange (vierseitig fotografierte) Werkzeug diente, ist unklar. 

Vor 430 000 Jahren machte sich Frühmenschen im heutigen Griechenland an einem toten Elefanten zu schaffen. Sie hatten Holzwerkzeuge dabei, als sie sich Fleisch aus dem Elefantenkadaver herausschnitten. Einige der Werkzeuge liessen sie vor Ort liegen, wo sie nun von einem Archäologen-Team ausgegraben und analysiert wurden. Es handelt sich um die ältesten bekannten Holzwerkzeuge, mit denen Menschen nachweislich arbeiteten.

Aus Erlenholz

Eines der hölzernen Werkzeuge ist ein 81 Zentimeter langer Stock aus Erlenholz. Er wurde wohl zum Graben genutzt. Darauf deuten am zugespitzten Ende festgestellte Kratzer hin. Ob er zum Graben im Erdreich oder im Elefantenfleisch eingesetzt wurde, ist unklar. Zum Herstellen des Werkzeugs entrindete der einstige Benutzer den Stock und hackte alle Seitenäste ab. Auch das hintere Ende formte er nach seinen Bedürfnissen.

Ein kleines Werkzeug

Das zweite als Holzwerkzeug identifizierte Objekt misst nur wenig mehr als fünf Zentimeter und lässt sich keiner bekannten Funktion zuordnen. Vielleicht diente es zum Nachschärfen der Steinwerkzeuge, die in seinem Umfeld gefunden wurden. In jedem Fall lässt sich eine gewisse Fingerfertigkeit der Benutzer erahnen, die ganz offensichtlich auch mit derart kleinen Gegenständen hantieren konnten.

Ideale Bedingungen

Von der Kultur früher Menschen bleiben fast ausschliesslich Steinwerkzeuge übrig, weil sie Hunderttausende Jahre unbeschadet im Boden überdauern. Organische Materialien wie Holz zerfallen dagegen meist innert weniger Jahrzehnte. Fachleute gehen aber davon aus, dass hölzerne Geräte damals eine grosse Rolle spielten. Sie bleiben nur unter besonderen Bedingungen über lange Zeiträume erhalten, wie bei dauerhaftem Luftabschluss in wassergesättigten Sedimenten.