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Fach-Info

Viel Sparpotenzial

Bild: Naber 

Bei Küchenlüftungen gibt es viel Potenzial zum Einsparen von Energie, wie eine neue Studie aus Deutschland zeigt. Sie untersuchte unter anderem den Erfassungsgrad, mit dem Abzüge belasteten Kochdunst ansaugen und abführen. Weiter Möglichkeiten, mit Sensoren die Leistung des Gerätes und damit den Energieverbrauch zu regeln. Auch Energieverluste durch Abluftklappen sowie bei der Luftnachströmung wurden untersucht.

Grosse Unterschiede

Eine sehr effiziente Haube saugte bei der Studie mit 200 m3/h 90% des Kochdunstes aus dem Raum. Andere Modelle benötigen für den gleichen Erfassungsgrad rund 500 m3/h. Das wirkt sich auf den Stromverbrauch des Gerätes aus, aber auch auf den Heizwärmebedarf einer Wohnung, da bei geringerer Luftleistung weniger Raumluft erwärmt werden muss.

Knackpunkt Heizwärmebedarf

Schlechte Geräte verursachen mehr als doppelt so viel Heizwärmebedarf. Besonders hoch ist dieser Wert bei Kochfeldabsaugungen: Durch die hohe Luftmenge, die das Herabziehen des aufsteigenden Wrasens benötigt, ist der Heizwärmebedarf im Abluftbetrieb mehr als dreimal so hoch, wie bei der besten Überkopfhaube. In der Praxis hängt die Leistung zudem stark vom verwendeten Luftkanal ab.

Sensoren senken Stromverbrauch

Die Studie zeigt auch, dass ein Abzug nicht immer mit voller Leistung laufen muss. In der Ankochphase oder bei niedriger Kochfeldtemperatur reicht eine geringere Luftleistung aus. Sensoren können die Luftqualität und den Dunstabzug direkt regeln. Oder man verwendet indirekte Steuerungen, etwa über die Zahl und die Temperatur der aktiven Kochzonen. Eine Kombination von direkter und indirekter Regelung empfiehlt die Studie als beste Lösung.

Klappen und Mauerkästen

Undichte Abluftklappen oder Mauerkästen verursachen auch ausserhalb der Betriebszeiten von Küchenlüftungen hohe Wärmeenergieverluste. Die Studie rechnet hier mit 23,5 h/Tag. Messtechnische Untersuchungen verschiedener marktüblicher Abluftklappen zeigten grosse Unterschiede. Gedämmte mechanische, motorische und magnetisch-mechanische Mauerkästen erzielten deutlich bessere Ergebnisse als einfache Rückstauklappen.

Zur Studie

Die Studie „«Untersuchung von Dunstabzugssystemen in Wohnküchen hinsichtlich energetischer, strömungstechnischer und hygienischer Aspekte» wurde im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellt. Beteiligt waren das Passivhaus Institut in Darmstadt, das ITG Institut für Technische Gebäudeausrüstung und das Institut für Holztechnologie, beide in Dresden, sowie die Firma Naber. (hw)