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Aus alt mach neu

 

Bisher landeten gebrauchte MDF- und HDF-Platten in Verbrennungsanlagen. Der belgische Holzwerkstoff-Produzent Unilin bringt nun MDF-Platten mit einem Anteil Recyclingfasern auf den Markt. Nach eigenen Angaben als weltweit erster Hersteller. Damit hat das Unternehmen seine patentierte «Osiris»-Technologie zum Recyceln von MDF und HDF in ein kommerzielles Produkt umgesetzt.

Fasern reinigen

Die Technologie trennt Holzfasern, ohne sie zu zerreissen: MDF-Abfälle werden zunächst mit Dampf zerfasert. Die Herausforderung beim Aufbereiten besteht darin, Verunreinigungen an den zurückgewonnenen Fasern zu entfernen, um die Qualität von Frischfasern zu erreichen. Denn nur intakte Fasern eignen sich für den Einsatz im herkömmlichen Produktionsprozess für MDF und HDF.

Keine Abstriche bei der Festigkeit

Eine neue Recyclinganlage im nordfranzösischen Bazeilles ermöglicht die Produktion. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 70.000 Tonnen recycelter Holzfasern. Unilin bietet MDF-Platten mit einem Anteil von bis zu 25% recycelten Fasern an. Tests haben bestätigt, dass Platten aus recycelten Fasern dieselben Standards erfüllen wie Frischfasern. Bei der mechanischen Festigkeit müssen also keine Abstriche gemacht werden.

Vom Erfinder der Klicksysteme

Unilin ist ein bekannter Hersteller von Laminatböden und gilt als Erfinder der patentierten Klicksysteme. Diese stellte das Unternehmen auch anderen Produzenten im Rahmen von Lizenzen zur Verfügung. Das gleiche System soll jetzt bei der «Osiris»-Technologie greifen.

Wo kommt das Material her?

Um der Recycling-Idee zum Durchbruch zu verhelfen, müssen sich aber Kreisläufe für Holzabfälle etablieren. Sie erfordern eine Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, von den Sammelstellen über die Verarbeiter bis hin zu den Herstellern.