FachInfo

Doppelt Glück gehabt

An den Wänden ist gut zu erkennen, auf welcher Höhe sich die abgehängte Decke befand. 

Es hätte schlimm enden können. Am 22. Juni 2026 stürzte die Gipskartondecke im Sitzungszimmer der Baselbieter Regierung in Liestal vollständig ein. Durch glückliche Umstände kam dabei niemand zu Schaden. Die Regierungsmitglieder wollten 24 Stunden später genau in diesem Raum ihre wöchentliche Sitzung abhalten.

Die Ursache

Untersuchungen stellten nun ein Ausziehversagen der Schraubenverbindung als Ursache fest. Konkret heisst das, dass die Schraubengewinde nicht mehr gegriffen haben. Gemäss den Verantwortlichen des Kantons gab es keine Anzeichen für den Sturz. Die erst 2002 realisierte Decke habe weder über längere Zeit geknarrt, noch seien Risse entstanden. Wer konkret verantwortlich ist und ob rechtliche Schritte möglich sind, werde nun geprüft.

Weitere Schäden

Die Abklärungen im Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ergaben, dass weitere Decken saniert werden müssen, etwa im Foyer und in der Cafeteria. Sie wurden mit den gleichen Schraubenverbindungen abgehängt. Zudem stiessen die Fachleute bei den Untersuchungen im Mauerwerk sowie bei den historischen Holzkonstruktionen auf Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall. Unter anderem stellten sie Echten Hausschwamm fest.

Niemand verletzt

An der offiziellen Information brachte es der stellvertretende Kantonsarchitekt auf den Punkt: «Wir haben eigentlich zweimal wirklich Glück gehabt». Einerseits sei beim Decken-Einsturz niemand verletzt worden. Andererseits seien dank der Untersuchungen weitere Schäden entdeckt worden, die sonst womöglich noch lange verborgen geblieben wären.