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Fach-Info

Dunkles Schweizer Holz

Der Möbelhersteller horgenglarus hat bereits die Industrietauglichkeit getestet. 
Der Prozess basiert auf einer natürlichen Reaktion, welche das Holz dunkel und gräulich verfärbt. 
Das Buchenholz wird entweder homogen oder aufgrund der Kernholzbildung meliert eingefärbt. 

Gabriel Köferli und Lars Zinniker, zwei Holzingenieure der BFH und jetzige Produktdesign-Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz, haben sich das Ziel gesetzt, die Attraktivität von Schweizer Buche zu erhöhen. Sie verbrachten im Rahmen ihrer Masterthesis mehr als ein halbes Jahr im Forschungslabor der Berner Fachhochschule in Biel. Aufbauend auf Ergebnissen vorangegangener Forschungsarbeiten entwickelten sie ein Farbgebungsverfahren weiter.

 

Der Prozess basiert auf einer natürlichen Reaktion der Stoffe Tannin und Eisen, welche das Holz dunkel und gräulich verfärbt. Die natürliche Reaktion bewirkt, dass Farbspiel und Wuchsbild des Holzes erhalten bleiben, also nicht monoton einheitlich wirken. Nach der chemischen Reaktion vermittelt das Buchenholz den Eindruck, bereits in dieser Farbe gewachsen zu sein.

 

Unter dem Namen «fagus noir» entwickelten Köferli und Zinniker zwei Varianten: Ein homogen eingefärbtes und ein aufgrund der Kernholzbildung meliert eingefärbtes Buchenholz. Es wurde vom Möbelhersteller horgenglarus bereits auf die Industrietauglichkeit getestet. Im Praxistest für die Herstellung eines Stuhlmodells bewies das natürlich modifizierte Holz beim Dampfbiegen, Fräsen und beim Verleimen sein Potential.

 

Für den Möbelbau und in der Innenarchitektur sind dunkle und ausdrucksstarke Holzarten wie Eichen-, Nuss- oder Kirschenholz beliebt. Diese Hölzer kommen in europäischen Wäldern aber relativ selten vor und werden daher oft importiert. Hingegen ist in der Schweiz jeder fünfte Baum eine Buche. Sie endet jedoch aufgrund der geringen Nachfrage oft als Brennholz oder wird billig ins Ausland exportiert. (hw)