FachInfo

Ein Milliarden-Fall

Die 1080 Tonnen Schnittholz füllten 45 Schiffscontainer. 
Die Drogen lassen sich nur durch Laboranalysen nachweisen. 
Laut den Ermittlern enthält jedes Holzstück zwischen 10 und 20% Drogen. 

Die chilenischen Behörden beschlagnahmten am 8. Juni aus Bolivien importiertes Schnittholz. Die 1080 Tonnen schwere Ladung umfasste 45 Schiffscontainer und diente als Drogenversteck. Allerdings lag die Schmuggelware nicht in Paketen zwischen den Stapeln. Sie ist vielmehr direkt ins Holz eingearbeitet und somit von blossem Auge nicht zu erkennen. Die Substanzen lassen sich nur durch Laboranalysen nachweisen.

Chemisches Imprägnierungsverfahren

Offenbar nutzten die Banden ein hochentwickeltes chemisches Imprägnierungsverfahren, um die Drogen ins Schnittholz einzubringen. Dadurch erschwerten sie das Aufdecken durch herkömmliche Kontrollen erheblich, da die Substanzen in das Material eingebunden sind und spezielle Verfahren erfordern, um identifiziert und anschliessend extrahiert zu werden.

Sieben Milliarden Euro

Laut den Ermittlern enthält jedes Holzstück zwischen 10 und 20% Drogen, vor allem Kokain und Ketamin. Insgesamt befänden sich in der für Europa bestimmten Ladung rund 108 Tonnen Rauschmittel. Der geschätzte Verkaufswert auf dem europäischen Markt liege umgerechnet bei mehr als sieben Milliarden Euro. Es sollen noch weitere verdächtige Container überprüft werden, die beschlagnahmte Menge könnte dadurch weiter steigen.

Hoher Organisationsgrad

Die Behörden weisen darauf hin, dass sowohl das Imprägnieren als auch die anschliessende Rückgewinnung der Drogen Einrichtungen und Labore mit hochmoderner technischer Ausstattung erfordern. Das deute auf einen hohen Organisationsgrad der beteiligten Netzwerke hin.