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Fach-Info

Hilfe, die ankommt

«Ukraine Hilfe» organisiert für die Geflüchteten u.a. Deutschkurse und Begegnungsmöglichkeiten.  

«Man muss jetzt einfach helfen», sagt Martin Huber, Seniorchef der Huber Fenster AG in Herisau. Konkret organisiert die Unternehmerfamilie die unbürokratische und schnelle Erstaufnahme von Kriegsvertriebenen aus der Ukraine im Appenzellerland, wo sie in privaten Wohnungen untergebracht werden. Mitarbeitende von Huber Fenster holten sie zuvor an der polnischen Grenze ab. So fanden bereits zwei Tage nach Kriegsausbruch die ersten Flüchtlinge eine Zuflucht in der Ostschweiz.  

Angriff nahe Tochterunternehmen

Entstanden ist das Projekt durch den Kontakt über die Tochterfirma Divario GmbH mit Sitz in Ivanov/Ukraine. Ein Dorf mit 4500 Einwohnern, rund vier Autostunden südwestlich von Kiew und nur zwölf Kilometer von einem wichtigen Munitionslager der ukrainischen Armee entfernt. Dieses wurde am 24. Februar Ziel russischer Luftangriffe. «Dabei gab es Tote und Verletzte», erzählt Martin Huber.

 

Vor Kriegsausbruch beschäftigte das Unternehmen, welches Qualitäts-Eichenkanteln herstellt, 45 Mitarbeitende. Bis auf einige wenige wurden alle in die Armee eingezogen. 

Pragmatische Hilfe

Haben zu Beginn Mitarbeitende und deren Angehörige um Schutz nachgefragt, hat sich der Kreis schnell ausgeweitet. Es kamen viele weitere Hilfsanfragen – auch aus dem Donbass oder aus Kiew. Heute sind es bereits über 50 Personen, mehrheitlich Mütter mit Kindern, welche mit einer Wohnung, Haushaltsgeld, Krankenkasse, Deutschunterricht, Kleidung, Spielwaren, Babyausrüstung und vielem mehr versorgt werden konnten. Weitere Personentransporte mit Schutzbedürftigen werden folgen.  

Zeichen der Solidarität

Zwischenzeitlich haben Martin Huber und seine Frau Jacqueline den Verein «Ukraine Hilfe» ins Leben gerufen und eine gleichnamige Sammelaktion lanciert. Bis heute sind rund 200 Spenden eingegangen. Die Kosten für die gesamte Organisation sowie anfallende Verwaltungsgebühren werden von der Huber Fenster AG getragen. 

Hilfsgüter bis ins Krisengebiet

Der Verein hilft auch den Menschen in Ivanov und Umgebung. Die Hilfsgüter werden dabei nicht nur an die Grenze zur Ukraine geliefert, sondern direkt an ihren Bestimmungsort. Durch das bestehende Netzwerk vor Ort hat man die Kontakte und das Wissen, wo was gebraucht wird. Drei Hilfslieferungen wurden bisher auf den Weg gebracht. Eine vierte Lieferung, für die Huber extra Fahrzeuge angeschafft hat, ist bereits geplant. (mw)

 

Informationen und Auskünfte unter Sammelaktion «Ukraine Hilfe»  

 

Hilfsgüter für Ivanov 

Folgendes Material wird derzeit unter anderem gesucht: Decken und Schlafsäcke, Material für Erste Hilfe, Heizgeräte, Batterien, Powerbanks, Rollstühle, Rollatoren, Krücken, Hygieneartikel, 10- und 20-Liter-Flüssigkeitsbehälter, blutstillende und fiebersenkende Mittel. Zudem auch Konserven, Öl, Salz, Zucker, Zelte, Laternen, autonome Lampen, Generatoren und Thermounterwäsche. Weiterhin nimmt der Verein Geldspenden entgegen: Konto CH44 8080 8004 3489 6298 1