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Fach-Info

Holzschweissen optimieren

Die Lignoloc-Holznägel verschmelzen beim Einschiessen mit dem Umgebungsholz. 
Aus Buchenholz hergestellt, weisen die Holznägel eine sehr gute CO2-Bilanz auf. 
Die magazinierten Holznägel schiesst man mit einem spezielle Druckluftnagler ein. 

Als 2017 das Lignoloc-System auf den Markt kam, staunte die ganze Holzbranche: In einem Magazin zusammengefasst, werden die Buchennägel ohne Vorbohren mit einem Druckluftnagler eingeschossen. Im Gegensatz zur üblichen Variante mit Metallstiften gibt es so weder Wärmebrücken noch Korrosionsspuren, ausserdem lassen sich die zusammengebauten Elemente problemlos sägen, hobeln oder abschleifen. 

 

 

Das grosse Potenzial des Systems soll jetzt besser ausgeschöpft werden. Unterstützt von Fördergeldern der öffentlichen Hand will die Beck Fastener Group als Hersteller zusammen mit der Universität Hamburg die Holznägel genauer erforschen. Es geht zum Beispiel darum, den idealen Druck beim Einschiessen herauszufinden. Oder das Verhalten der Verbindung bei Frost oder unter lang anhaltendem Vibrieren. 

 

Ziel der Untersuchungen ist ein Optimieren des Verfahrens, man will aber auch weitere Einsatzgebiete erschliessen, etwa im ökologischen Holzbau, beim Gartenbau oder in der Palettenherstellung. Heute wird eine Europalette von 78 Stahlnägeln zusammengehalten, die 500 g wiegen. Für die jährlich gefertigten 400 Millionen Paletten werden so 200 000 t Stahl benötigt. Mit der reinen Holzvariante wäre auch das Recycling deutlich einfacher.

 

Die Lignoloc-Holznägel verschmelzen beim Einschiessen mit dem Umgebungsholz. Wegen der grossen Hitze, welche durch die Reibung entsteht, geht das Lignin beider Bauteile eine kraftschlüssige, unlösbare Verbindung ein. Man spricht dabei vom sogenannten «Holzschweissen». Genau dieser Prozess soll in den nächsten Jahren im Detail untersucht werden.