FachInfo

Kantenleimen ohne Klebstoff

 

Die ersten optisch fugenlosen Kantenverbindungen funktionierten mit Lasertechnologie. Sie schmilzt die Funktionsschicht der Kante auf, was klebstofffreie Verbindungen erlaubt. Im Handwerksbereich entstanden schnell Alternativen, die mit Heissluft- oder Infrarottechnik arbeiten. Durchgesetzt hat sich bei Schreinern vor allem das Heissluftverfahren. Nun bietet die Paul Ott GmbH Kantenanleimaschinen mit dem patentierten «HyFuse»-System an.

 

 

Der Vorgang ist einfach: «HyFuse» erzeugt ein Gemisch aus Wasser- und Sauerstoff. Eine Flamme sorgt für die notwendige Hitze an der Funktionsschicht der Kante, damit diese problemlos verarbeitet werden kann. Durch den Wasserstoff wirkt die Flamme bläulich, was zur Bezeichnung Namen «Blu Edge» führte. Mit dem Verfahren lassen sich sowohl post-co-extrudierte Kanten als auch nachbeschichtete Kanten fugenlos verarbeiten

 

«BluEdge» mit «HyFuse» funktioniert besonders energieeffizient, denn sowohl der Energie- als auch der Druckluftverbrauch fallen sehr gering aus. Der zusätzlich benötigte Wasserstoff kann in handelsüblichen 10-Liter-Flaschen lokal gemietet oder gekauft werden. Kostenlos ist dagegen der Sauerstoff. Ihn zieht das Gerät aus der Umgebungsluft.

 

Eine eigenständige Maschine ist «BluEdge» nicht, vielmehr handelt es sich um eine Ausstattungsvariante zu bestehenden Maschinentypen von Ott. Unkompliziertes Umrüsten ermöglicht zwei Arten der Kantenveredlung in einer Maschine: Während die bisherige PUR-Verleimung wasserbeständige Lösungen ergibt, soll die Nullfugentechnologie der «BluEdge» Möbelfronten wie aus einem Guss ermöglichen.