FachInfo

Massiv statt aus Holzwerkstoff

Elin und Beat Studer bei der Verleihung des Innovationspreises Berner Oberland. 
Die Massivholzbrillenfassung Modell «zart» ist in mehreren Holzarten erhältlich. 

Brillen aus Holz sind nichts Ungewöhnliches. Allerdings werden fast alle schichtverleimt produziert, bestehen also aus einfacher herzustellenden Holzwerkstoffen. Nicht so bei den Brillenfassungen der Marke Lignula. Hier sind Modelle aus einheimischem Massivholz erhältlich, zum Beispiel aus Nussbaum, Ahorn oder Zwetschge.

 

Hinter Lignula stehen Elin und Beat Studer aus Zwieselberg BE. Die Idee zum Herstellen von Holzbrillen entstand durch ein Schulprojekt von Tochter Elin. Vater Beat, der Schreiner, hat mit ihr lange experimentiert, auch in der Küche mit dem Dampfkochtopf. Schliesslich wurde ihre erste Massivholz-Brillenfassung Realität. Dafür brauchten sie die Zertifizierung von Swissmedic, weil Brillen als medizinische Produkte strengen Auflagen unterliegen.

 

Elin Studer befindet sich in der Ausbildung zur Augenoptikerin. Sie entwirft alle Designs für die Lignula-Holzbrillenkollektion. Für die Produktion ist Vater Beat zuständig. In der eigenen Holzmanufaktur fertigt er die Brillenfassungen mit traditioneller Dampfbiegetechnik und moderner CNC-Technologie. Bereits sind die edlen Stücke in mehreren regionalen Optikergeschäften erhältlich.

 

Nun zeichnete Volkswirtschaft Berner Oberland Elin und Beat Studer mit dem jährlich vergebenen Innovationspreis aus. «Entstanden ist diese Innovation nicht in einem grossen Labor oder einem internationalen Konzern, sondern in einer kleinen Werkstatt, voller Holzduft und handwerklicher Präzision – dort, wo viele glauben, Innovation sei schwierig», so Jurymitglied Ursula Flück-Arbeiter in ihrer Laudatio.