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Hingucker

Nach dem Fest ist vor dem Fest

 

Jerry Paul hat seinen kleinen Weihnachtsbaum aus Holz verräumt. Und zwar so gut, dass er ihn nur noch mitsamt der «Verpackung» hervorholen kann: Der Winzling befindet sich lose im Hohlraum eines elegant geformten Holzstückes. Obwohl er durch vier Öffnungen zu sehen ist, kann man ihn nicht herausnehmen. Wie ist der Tannenbaum bloss da hineingekommen?

 

 

Nun ist Jerry Paul weder Zauberer noch Schnitzer, sondern Drechsler. Er schafft das Kunststück mit einer speziellen Technik. Zuerst geht es darum, den Hohlraum im Innern und die vier Öffnungen zu schaffen. Dazu sägt der geschickte Handwerker den entsprechend gedrechselten Rohling längs in vier Teile auf, dreht jeden 180° um seine Längsachse und fügt sie wieder zusammen. 

 

Vor dem Verleimen legt Jerry Paul seinen im Vorfeld hergestellten kleinen Weihnachtsbaum in den Hohlraum. Damit der beim Weiterarbeiten nicht beschädigt wird, packt er ihn mit weichem Papier ein. 

 

Das Drehen des verleimten Werkstückes ist dann klassisches Drechslerhandwerk. Nach dem Schleifen und der Oberflächenbehandlung muss Jerry Paul nur noch das Bäumchen vom schützenden Papier befreien. Durch die Öffnungen ist das mit schlankem Werkzeug gut möglich.

Wer das Ganze nachbauen will, hat jetzt mehr als elf Monate Zeit.