FachInfo

Ungewöhnlich: Material und Bewegung

 
 

Die Bedienung ist denkbar einfach: Von flach zu aufrecht, vom Flatpack zur Sitzgelegenheit genügt eine einzige Drehung. Alles in einer Bewegung und ohne Werkzeug. Dann rastet die zentrale X-förmige Struktur automatisch ein. Je mehr Gewicht auf ihr lastet, desto stabiler wird sie. Nach dem Gebrauch lässt sich der Hocker wieder komplett flach zusammenklappen und platzsparend verstauen.

 

 

Die einzelnen Möbelteile werden von aufgeschraubten geraden Messingscharnieren zusammengehalten. Sie machen die Produktion einfach und die Funktion zuverlässig. Auf diese Kriterien legten die vier indischen Designstudenten, die hinter dem Entwurf stehen, viel Wert. Grifffräsungen in den Platten erlauben das Tragen des Hockers, ohne dass man sich die Finger einklemmt.

 

Das verwendete Material verdient besondere Erwähnung. Der «Kinzo» besteht aus sogenannten Craste-Platten. Diese werden die aus landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen werden und sind vollständig formaldehydfrei. Die in Indien entwickelten Platten sind eine Alternative zu MDF und Spanplatten. Sie werden in Dicken von 4 bis 25 mm hergestellt, gelten als feuchtefest und schwer entflammbar.

 

Die meisten Sitzmöbel passen in ein spezifisches Umfeld. Bei «Kinzo» ist das kein Thema. Der Hocker funktioniert in einer Schlafzimmerecke ebenso gut wie im Café um die Ecke oder in einem Loungebereich. Seine klare geometrische Form und die warme, natürliche Textur wirken je nach Standort unterschiedlich. Man empfindet ihn nirgends als deplatziert.

 

 

Technische:r Projektleiter:in Konstruktion 80 - 100% bei der OBRIST Interior AG