Telefon: 034 530 14 59 Email: mail@schreinersicht.ch Datenschutz Impressum
Fach-Info

Wegweisendes Holz

Die Bambus-Kiefer-Verkehrszeichen im Praxistest. (Bild: Itek) 
Erfüllt die Holzvariante die Erwartungen, läuft die Zeit der Alu-Schilder ab. (Bild: Itek) 
Ökologisch und TÜV-geprüft. (Bild: Itek) 
Allwettertaugliche Alternative aus Bambus und Accoya. (Bild: Itek) 

Verkehrsschilder aus Bambus sind in Holland bereits seit längerer Zeit im Einsatz. Einen Schritt weiter geht die Itek Verkehrs- und Beschilderungstechnik GmbH in Grafenstein (A) mit ihren Ecoguide-Verkehrszeichen. Da besteht nicht nur das Schild, sondern auch der Träger und die Halterung aus nachwachsenden Materialien. 

 

Karl Kaltenhauser, Geschäftsführer und gelernter Schreiner, hat das wegweisende System entwickelt: «Wir wollten nicht einfach ein Schild auf einen Stahlträger montieren und dann sagen, es ist etwas Nachhaltiges. Wir haben ein nachhaltiges Schild im Gesamten gebaut.» In einem Beitrag des ORF erklärt der Geschäftsführer mehr über die Herstellung. 

25 Jahre bis zum Kompost

Für die Schilder verwendet Itek eine spezielle Bambus-Sorte aus China. Träger und Halterungen sind aus Accoya, ein Kiefernholz aus Neuseeland, das mit Essigsäure behandelt wird (Acetylierung). Es quillt dadurch weniger auf und bleibt stabil. 

 

Beide Materialien stammen aus nachhaltigem und zertifiziertem Anbau. Einheimisches Holz wurde geprüft aber wieder verworfen, da es die Normen hinsichtlich Stabilität und Belastung nicht erfüllte. 

 

25 Jahre Garantie gibt der Hersteller auf die Schilder. Bei den Holzträgern sind es sogar 50 Jahre. Damit überschreitet ihre Lebensdauer die Normzeit von 14 Jahren deutlich. Und müssen sie dereinst entsorgt werden, kann man sie auf den Kompost werfen oder verheizen, erklärt Kaltenhauser.

Klimaschützendes Verkehrsschild

Trotz langer Transportwege weisen Bambus wie auch Accoya einen sehr hohen negativen CO2-Wert auf. Was in diesem Fall positiv ist.

 

Bei den Kosten sind die Holzschilder, die seit September 2020 auf dem Markt sind, aber noch im Nachteil. Sie sind etwa doppelt so teuer wie ihre Kollegen aus Metall.  

Aluminium war gestern

Die Schilder werden in Österreich jetzt an zwei Autobahnen getestet. Dort hat man 29 Alu-Schilder mit der Holzvariante ersetzt. Halten sie Hitze, Kälte und Schnee stand, will man ab Sommer 2022 ganz auf Holz umstellen und damit künftig Hunderte Tonnen an CO2 einsparen. (mw)