Alles dreht sich um sie
Einfach und selbsterklärend sehen sie aus, diese Ringscharniere. Doch ihre Herstellung ist ziemlich anspruchsvoll, wie so oft sind vermeintliche Details entscheidend. Die runde Ausfräsung muss sehr präzise ausgeführt werden, am besten mit CNC-Technik. Damit die Teile ausserhalb der Fräsung nicht ausbrechen, sollte man für Seiten und Deckel Hartholz oder Holzwerkstoffe wie Multiplex verwenden.
Ein solches Scharnier kann man nicht aushängen: Die Ringe werden im Deckel eingeleimt, was verhindert, dass er sich seitlich verschiebt oder eben aushängt. Passen die Ringe zu satt in der Fräsung, lassen sich die Scharniere nur schwer bewegen. Optimieren kann man das, indem man in den Seiten die Fräsung minim tiefer und auch etwas breiter ausführt.
Damit die Ringe aus Massivholz nicht brechen, sollten sie aus zwei Teilen verleimt sein. Wobei es beim Zusammenfügen zu berücksichtigen gilt, dass der Faserverlauf des inneren Ringes rechtwinklig zum äusseren steht. Die notwendige Präzision zum Herstellen solcher Ringe lässt sich praktisch nur mit CNC-Technik erreichen.
Wer statt Holzringe solche aus Metall einsetzt, sollte darauf achten, dass sie keine spürbaren Nähte aufweisen. Dann ist nämlich nicht nur das Bruchrisiko geringer, sondern auch die Abreibung bei häufigem Gebrauch. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass Metallringe nicht auf Veränderungen der Luftfeuchtigkeit reagieren, was die Bewegung zuverlässiger macht.

