FachInfo

Aus der Not wird eine Tugend

Der neue Klebstoff «NeoLigno» ist dunkelbraun und nicht transparent wie formaldehydhaltige Produkte. 
Abgeschrägten Kanten und offene Seiten legen die Schichtstruktur des Sperrholzes bewusst frei. 

Ein Ziel des skandinavischen Holzkonzerns Stora Enso besteht darin, nicht erneuerbare Rohstoffe durch erneuerbare Produkte zu ersetzen. So gelang es dem Unternehmen, eine Alternative zu den formaldehydhaltigen Klebstoffen zu entwickeln, die auf fossilen Rohstoffen basieren. «NeoLigno» heisst das neue Produkt, das aus Lignin – also einem Holzbestandteil – gewonnen wird. Es soll für die Produktion von Formsperrholz eingesetzt werden.

Dunkelbraun statt transparent

Das Bundle Studio aus Kopenhagen befasste sich nun intensiv mit Formsperrholz, das mit «NeoLigno» hergestellt wird. Denn seine Eigenschaften sind nicht alle identisch. Anders als herkömmliche Klebstoffe, die bei Formholz verwendet werden, ist der neue Klebstoff zum Beispiel nicht transparent, sondern dunkelbraun.

Schichtstruktur betonen

Statt «NeoLigno» als direkten Ersatz für herkömmliche Klebstoffe zu betrachten, nutzten die Leute vom Bundle Studio das Material als Ausgangspunkt für das Design selbst. So entstand ein Stuhl mit dem Namen «Jacana». Seine abgeschrägten Kanten und offene Seiten legen die Schichtstruktur des Sperrholzes bewusst frei, so dass die dunkleren Klebefugen besser sichtbar werden und nicht etwa verdeckt liegen.

Handwerkliche Verarbeitung

«Anstatt das Material zu verstecken, wollten wir es feiern», sagen die Designer. Die freiliegenden Schichten mit ihren dunklen Fugen sind nun Teil des Ausdrucks des neuen Lounge-Sessels. Sie dienen auch dazu, die handwerkliche Verarbeitung hervorzuheben. «Jacana» besteht ausschliesslich aus Formsperrholz.

 

 

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