Mehr als ein Ersatzprodukt
Erhitzte und anschliessend verpresste WPC bilden die Grundlage der Möbelserie «Mocky».




«Mocky» ist eine sehr ungewöhnliche Möbelserie. Nicht wegen der Gestaltung – da gäbe es noch viel Luft nach oben – sondern wegen des eingesetzten Materials. Alle hergestellten Objekte sind mit Standardprofilen aus WPC produziert. Und anstelle von herkömmlichen Holzverbindungen nutzt der japanische Designer Tact Inoue Hitze und Druck, um seine Komponenten zu verschmelzen.
Holz-Kunststoff-Verbund
WPC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung Wood Plastic Composites. Sie steht für einen Verbundwerkstoff aus Holzfasern und dem Kunststoff Propylen sowie weiteren Zusätzen in Form von UV-Licht-Blockern, Bindern und Farbpigmenten. Eines der typischen Anwendungsgebiete sind Terrassendielen. Aufgrund ihres Kunststoffanteils lassen sich WPCs mit Heizplatten oder Heissluftpistolen erhitzen, bis sie zu schmelzen beginnen.
Verbindung durch den Werkstoff
Tact Inoue nutzt den weichen Zustand und drückt seine Komponenten mit einer Presse zusammen. Sie verschmelzen und haften beim Abkühlen aneinander. Es sind weder Befestigungsmittel noch Zapfen oder Klebstoffe nötig. Die Verbindung entsteht durch das Material selbst. Das Ergebnis sieht ganz anders aus, als man es von Holz erwarten würde: verzogene Oberflächen, unregelmässige Verbindungen und organische Auswüchse.
Material mit eigenen Möglichkeiten
Bisher dienten WPC vor allem als Alternative zu Holz, weil es etwa auf Terrassen weniger verrotten soll. Die Serie «Mocky» präsentiert nun das industriell gefertigte Holz nicht als Ersatzprodukt, sondern als Material mit eigenen strukturellen und formalen Möglichkeiten. Seine Eigenschaften lassen Konstruktionen zu, die Naturholz niemals leisten könnte.

