Bau vs. Energie
Die neuen Zahlen zur Schweizerischen Forststatistik sowie zur Holzverarbeitungserhebung (HVE) liegen vor. Sie zeigen, dass die Holzernte 2025 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 1,1% gestiegen ist. Für das Wachstum sorgte jedoch nur die höhere Energieholzernte. Die Stammholzernte ging um 0,1% zurück. Sie belief sich auf knapp 2,2 Millionen Kubikmeter, was noch rund 45% der gesamten Holzernte ausmacht. Zum Vergleich: 2004 wurden noch 3,4 Millionen Kubikmeter Stammholz geerntet, was einem Anteil von 66% entsprach.
Stoffliche oder energetische Nutzung?
Aus Sicht der Holzindustrie geht der Trend in die falsche Richtung: «Der Wald sollte primär Holz für den stofflichen Einsatz liefern», heisst es in einer Mitteilung von Holzindustrie Schweiz. Beim Energieholz ist der Anteil des Hackholzes inzwischen auf 30% der gesamten Holzernte angestiegen. Diese Entwicklung lässt sich vor allem auf den Ausbau von Holzheizungen und Wärmeverbünden zurückführen.
Hackholz aus Kronen und Ästen
Der Energieholz-Anteil hat auch deshalb zugenommen, weil die heute oft eingesetzten Vollernter ganze Bäume samt Kronen und Astwerk aus dem Wald holen. Diese stofflich nicht nutzbaren Teile werden dann direkt vor Ort zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet. Früher liess man sie häufig ungenutzt im Wald liegen.
Starker Schweizer Franken als Nachteil
Zwar steigerten die Schweizer Sägewerke 2025 ihre Einschnittmenge um 1,2% und könnten noch weiter zulegen. Die seit Jahren grosse Nachfrage im Holzbau wird jedoch zu einem wesentlichen Teil mit eingeführtem Holz befriedigt, bis zu 70%. Der gegenüber dem Euro starke Schweizer Franken begünstigt den Import von Holzprodukten aus den Nachbarländern zusätzlich.
Kaskadennutzung fördern
Gesteigerte Holzproduktion entspricht den Zielen der Wald- und Holzstrategie 2050. Bund und Kantone möchten die jährliche Holzerntemenge um eine Million Kubikmeter erhöhen. So würden pro Jahr 400’000 bis 500'000 Kubikmeter zusätzliches Stammholz bereitgestellt. Und die Kaskadennutzung soll gefördert werden: Eine energetische Verwertung von Holz erfolgt erst am Ende seines Lebenszyklus, wenn die stoffliche Nutzung nicht mehr möglich ist.

