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Hingucker

Bauen letzter Schrei

 

In Weissenhorn, unweit von Ulm, entsteht aktuell das grösste gedruckte Wohnhaus in Europa. Es ist dreigeschossig und bietet Platz für fünf Familien. Während der sehr kurzen Bauzeit berücksichtigt der Betondrucker nicht nur die Öffnungen für Fenster und Türen, sondern auch alle Aussparungen für die Gebäudetechnik. 

 

 

Das verwendete Portalsystem erlaubt das Herstellen von grossen Gebäuden. Dabei bewegt sich der Druckkopf über drei Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen, sodass er sich an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen kann. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde soll er aktuell der schnellste 3D-Betondrucker sein. Pro Geschoss braucht er nur 25 Stunden.

 

Die Hohlräume in den Aussenwänden werden mit einer Schüttdämmung aus expandiertem Vulkangestein gefüllt. Da ein Drucken horizontaler Bauteile technisch noch nicht möglich ist, kommen für die Decken vorgefertigte Filigranplatten mit bereits integrierten Installationen zum Einsatz. Zu Demonstrationszwecken wird die für Betondruck typische Aussenfassade in den nächsten fünf Jahren nicht verputzt. Die ersten Bewohner sollen in wenigen Wochen einziehen.

Eingedruckte Fenster

Betondruck muss nicht zwingend vor Ort stattfinden. Ein französisches System setzt auf Teilefertigung im Werk mit anschliessender Montage auf der Baustelle. Weil die einzelnen Elemente kleiner sind, lassen sie sich mit stationären Robotern drucken. Wie im zweiten Teil des Videos ersichtlich, werden hier im gleichen Arbeitsgang und ohne zusätzliche Befestigungsmittel, gleich Fensterrahmen mit eingebaut. (hw)