Bessere Eigenschaften als Glas
Durch das Entfernen seines Lignins wird Holz weiss und durchscheinend. Doch echte Transparenz zu erreichen, war bisher eine Herausforderung. Nun gelang an der Universität im japanischen Osaka ein weiterer Entwicklungsschritt. Eine Alkalibehandlung entfernt den grössten Teil der verbleibenden Hemicellulose. Beim Trocknen des Holzes reduzieren sich seine inneren Lufteinschlüsse, was die Lichtstreuung stark verringert. So entsteht ohne Kunststoffzusatz transparentes Holz.
Holzrichtung entscheidet
Die Forscher fanden zudem heraus, dass die Transparenz nicht nur von der chemischen Behandlung abhängt. Entscheidend ist auch die Holzrichtung. Radial geschnittene Proben liessen rund 59% des einfallenden Lichts durch, während die tangential geschnittenen etwa 69% erreichten. Das Verstehen dieses Richtungseffekts eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung transparenter Materialien.
Weitere Entwicklungsschritte nötig
Marktreife Produkte dieser Art würden viele Chancen eröffnen. Im Baubereich könnten leichte und bruchfeste Platten beispielsweise Tageslicht hereinlassen und gleichzeitig Wärmeverluste reduzieren – Eigenschaften, die mit herkömmlichem Glas nur schwer gleichzeitig zu erreichen sind. Transparentes Holz konkurriert aber nicht in erster Linie Glas, sondern erweitert eher die Möglichkeiten transparenter Materialien.
Längere Geschichte
Transparentes Holz mag nach Innovation klingen, die Idee ist aber nicht neu. Verschiedene Forscherteams befassten sich schon damit, etwa in Schweden und den USA. Die bisherigen Verfahren funktionierten aber nur mit synthetischen Polymeren. Sie ermöglichten zwar eine hohe Transparenz, beeinträchtigen aber den ökologischen Wert des Holzes und erschweren das Recycling.

