Dämmen mit Pilzen und Holz
Daniel Pretzl entwickelt eine Dämmplatte, die ohne erdölbasierte Kunststoffe auskommt. Er baut Rohstoffe dafür auf dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb an. Seine Kombination aus Paulownia-Holz, Pilzmyzel und einem speziellen Zusatzstoff ist bereits patentiert. Das Material des Ingenieurs aus Bayern könnte in Zukunft eine Alternative zu herkömmlichem Styropor bieten.
Auf die Bedingungen kommt es an
Bei konstanten Temperaturen um 20 Grad wächst das Pilzmyzel innerhalb weniger Tage durch Paulownia-Hackschnitzel und bildet ein stabiles Gefüge. Anschliessend wird der Pilz erhitzt, um sein Wachstum zu stoppen. Unter günstigen Bedingungen entsteht innerhalb von neun bis zehn Tagen eine leichte, feste Platte aus rein biologischen Rohstoffen.
Wachstum beschleunigen
Die Nutzung von Pilzmyzel als Bindemittel wurde bereits in früheren Projekten erprobt; der Einsatz von Paulownia-Holz ist jedoch neu. Pretzl stellte fest, dass die Wurzeln des Baums den Pflanzenstoff Theobromin enthalten. Dieser Stoff kann das Wachstum von Pilzmyzel beschleunigen und wird inzwischen als Zusatz verwendet
Unproblematische Hybridform
Der Baum wächst schnell, ist sehr leicht und speichert grosse Mengen CO₂. Der Paulownia-Baum stammt aus Ostasien. Pretzl nutzt eine Hybridform, die sich nicht selbstständig ausbreitet. Das Holz ist leicht, stabil und schwer entflammbar, was es für den Einsatz als Dämmmaterial geeignet macht. Schon bald sollen die Dämmplatten auf den Markt kommen. Weitere Anwendungen, etwa im Verpackungsbereich, werden geprüft.

