Gegenläufige Entwicklung
Eine aussergewöhnlich hohe Dynamik prägt die Unternehmenslandschaft in der Schweiz: Im ersten Quartal 2026 haben sich die Firmenkonkurse gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Insgesamt meldeten 3’074 Unternehmen Insolvenz an, was einem Anstieg um 106% entspricht. Gleichzeitig erreicht die Gründungsaktivität ein historisch hohes Niveau. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Dun & Bradstreet.
Viele Neugründungen, aber nicht in allen Branchen
Über die ganze Wirtschaft gesehen erreicht die Gründungsaktivität Höchststände. Auf Branchenebene zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Weniger Unternehmen gegründet wurden zum Beispiel in der Holz- und Möbelindustrie (−11%) oder im Grosshandel (−45). Positive Zahlen kommen dafür aus dem Versorgungswesen (+41%) sowie aus der Herstellung von nicht haltbaren (+33%) und haltbaren Gütern (+24%).
Konkurse nehmen überall zu
Die Konkurse stiegen in nahezu allen Branchen deutlich an. Besonders stark betroffen sind Ausbildungsdienste (+317%) und das Baugewerbe (+242%). In absoluten Zahlen gibt es im Handwerk mit 473 Insolvenzen die meisten Fälle (+61%). Betrachtet man die Kantone, liegen Thurgau (+238%), Basel-Landschaft (+228%) und Bern (+196%) an der Spitze. In absoluten Zahlen ist Zürich mit 527 Fällen (+100%) der am stärksten betroffene Kanton.
Die Gründe
Stark steigende Konkurse bei gleichzeitig hohen Gründungszahlen deutet auf eine Marktbereinigung hin. Die Fachleute von Dun & Bradstreet führen sie auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung des missbräuchlichen Konkurses zurück. Seit es am 1. Januar 2025 in Kraft trat, müssen öffentlich‑rechtliche Forderungen über Konkurs betrieben werden. Das neue Gesetz erhöhe kurzfristig die Zahl der Konkurse deutlich, stärke aber langfristig Disziplin, Transparenz und den Gläubigerschutz

