Holz denkt mit
Holz übernimmt im Auto bisher nur ästhetische Funktionen, weil es halt edel wirkt. Doch nun soll das Material auch Berührungen erkennen, Symbole einblenden und Befehle ausführen. Eine glatte Holzfläche in der Autotür könnte künftig Fenster, Licht oder Klimaanlage steuern – ganz ohne sichtbare Schalter. Möglich machen das hauchdünne Furniere, gedruckte Sensoren und leitfähige Tinten.
Touchscreen aus Holz
Im Projekt «WoodTouch» entwickelt die Hochschule Hof gemeinsam mit Industriepartnern einen Touchscreen aus Holz. Das Material dient dann nicht mehr nur als edle Verkleidung, sondern übernimmt selbst die Bedienung. Geplant ist zunächst eine Türinnenverkleidung, die Berührungen erkennt und Symbole erst dann einblendet, wenn sie gebraucht werden.
Schalter verschwinden unter dem Furnier
Unter der Holzschicht kommt ein kapazitives Bedienfeld zu liegen. Solche Sensoren reagieren auf Veränderungen eines elektrischen Feldes und arbeiten ähnlich wie der Bildschirm eines Smartphones. Die Technik bleibt jedoch verborgen, es ist nur Echtholz zu sehen. Dünnes, lichtdurchlässiges Furnier sorgt dafür, dass beleuchtete Zeichen trotzdem durch die Oberfläche scheinen können.
Gedruckte Sensorik
Die elektronischen Strukturen entstehen anders als bei herkömmlichen Schaltern. Leitfähige Tinten werden direkt auf ein Trägermaterial gedruckt. So entstehen Leiterbahnen und Sensorflächen ohne einzeln montierte Bauteile. Fachleute sprechen von gedruckter Sensorik. Sie vereinfacht die Herstellung und bietet mehr Freiheit bei der Gestaltung.
Blick bleibt auf der Strasse dank fühlbaren Signalen
Geplant sind zudem fühlbare Rückmeldungen, veränderbare Oberflächen sowie steuerbare Wärme- und Kältereize. Solche Signale wären im Auto besonders interessant. Sie könnten Eingaben bestätigen, ohne dass der Blick lange auf einer Bedienfläche liegen muss. Bis ein solches System in einem Serienfahrzeug auftaucht, sind allerdings noch mehrere Entwicklungsschritte nötig.

