Wettbewerbsfähig
Vor zehn Jahren galten grossmassstäbliche Holzbauten als Pionierprojekte. Das hat sich geändert. Eine aktuelle Umfrage von Wüest Partner zeigt, dass Investoren den Holzbau heute als etablierte Bauweise mit Vorteilen bei Bauzeit und Bestandserneuerung sehen. Nachhaltigkeitsaspekte spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Aus Investorensicht werden Themen wie graue Energie und CO₂-Bilanzen künftig stärker in den Vordergrund rücken.
Bestand vor Neubau
Sanierungen und Aufstockungen werden – sofern man die gleiche Ausnutzung erreichen kann – einem Neubauszenario klar vorgezogen. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung des Bauens im Bestand als wichtiger Hebel für nachhaltige Immobilienentwicklung. Dort kommen die Vorteile des Holzbaus wie leichte Konstruktionen, Vorfertigung und kurze, störungsarme Baumassnahmen vor Ort besonders zum Tragen.
Vorteile bei Bauzeit und Betrieb
Die Befragten nehmen den Holzbau als leicht kostenintensiver wahr als konventionelle Bauweisen. Gleichzeitig wird ihm der Vorteil einer deutlich kürzeren Bauzeit zugeschrieben. Der laufende Unterhalt im Innenbereich wird im Holzbau verglichen mit konventionellen Bauten als günstiger eingeschätzt, während bei Fassaden mit leicht höheren Kosten gerechnet wird. Insgesamt erwarten Investoren jedoch leicht tiefere Instandsetzungskosten.
Keine Renditenachteile
Aus Investorensicht bestehen keine wesentlichen Unterschiede bei den Renditeerwartungen gegenüber konventionellen Bauweisen. Gleichzeitig wird dem Holzbau ein leicht positiver Einfluss auf die durchschnittliche Mietdauer zugeschrieben. Höhere Mietpreise erwartet hingegen mehr als die Hälfte der Befragten nicht. Nachhaltigkeit wird also immer mehr als Marktstandard und weniger als zusätzlicher Mehrwert wahrgenommen.
Ausblick
Die Teilnehmenden sehen trotz positiver Entwicklung weiteren Handlungsbedarf. Besonders häufig genannt wurden die Anrechenbarkeit des biogenen Kohlenstoffs, eine stärkere Förderung der Kaskadennutzung von Holz, mehr Planungssicherheit im Hinblick auf künftige Klimavorgaben, sowie eine Kostenreduktion. Holzbau wird nicht mehr als Nischenlösung wahrgenommen, sondern als etablierte Bauweise mit weiterem Entwicklungspotenzial.

