FachInfo

Wie eine Wiedervereinigung

 

Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim übernimmt den Gipsfaserplatten-Hersteller Fermacell. Mit dem bisherigen Eigentümer James Hardie Industries wurde eine Vereinbarung getroffen. Die Transaktion hat einen Wert von 840 Millionen Euro und soll im ersten Halbjahr 2027 nach den behördlichen Freigaben abgeschlossen werden.

Für Wände, Decken und Böden

Fermacell brachte in den 1970er Jahren die Gipsfaserplatten auf den Markt. Seither hat sich die Marke für Wand-, Decken- und Bodenaufbauten im Innenausbau etabliert. Später kamen auch zementgebundene Platten dazu. Heute betreibt das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf sechs Produktionsstandorte in Europa und beschäftigt mehr als 1000 Personen.

Eine Wiedervereinigung

Bei Holcim soll Fermacell künftig die bestehenden Baustoffmarken Ytong, Silka und Multipor ergänzen. Diese ehemaligen Xella-Marken gehören erst seit der Übernahme im Juni 2026 zum Schweizer Konzern. Damit kommt wieder zusammen, was einst zusammengehörte: Fermacell war bis 2018 ein Teil von Xella und wurde dann vom damaligen Besitzer aus finanziellen Gründen verkauft.

Weg vom reinen Zement

Die Übernahme von Fermacell passt gut zur Strategie von Holcim. Der Konzern will sich weg von den Zementmärkten entwicklen, hin zu höherwertigen Baulösungen in Europa. Mit Xella hat Holcim das Geschäft mit Wandbaustoffen bereits deutlich ausgebaut. Fermacell ergänzt nun mit Gipsfaserplatten und zementgebundenen Platten ein angrenzendes Angebot. Genau dort will Holcim wachsen, weniger abhängig vom reinen Zementvolumen.