FachInfo

Eine Lösung liegt in der Luft

Die Entwickler zeigen Anwendungen des Prinzips beim Werkzeug, in Absaugrohren oder auf Prallplatten. 

Warum verteilt sich feiner Holzbearbeitungsstaub im ganzen Raum und bleibt entgegen der Schwerkraft sogar an Decken und Wänden haften? Die Reibung zwischen Werkzeug und Material lässt die Partikel entstehen und lädt sie gleichzeitig elektrostatisch auf. Weil alle vom selben Kontaktpartner stammen – etwa einem Schleifband – sind alle Partikel gleich geladen. Deshalb stossen sie sich gegenseitig ab und verursachen diese Staubwolken.

Das Prinzip

Dieser sogenannte triboelektrische Effekt wird nun genutzt, um die Staubproblematik zu reduzieren. Denn bringt man den entstehenden Staub gezielt mit einem anderen Material zusammen, laden sich die Partikel entgegengesetzt auf. Ungleiche Ladungen ziehen sich an. Statt sich im Raum zu verteilen, lagern sich die Partikel dann in grösseren Einheiten ab. So kann man sie deutlich leichter erfassen und absaugen.

 

Die Technologie kann in drei verschiedenen Bereichen eingesetzt werden:

  • Gezieltes Beschichten von Werkzeugen wie Sägeblättern verändert die statische Aufladung des Staubs bereits am Entstehungsort

  • Die Ladungsdifferenz lässt sich im Absaugsystem selbst nutzen, um Partikel auf dem Weg zum Filter gezielt zu binden

  • Spezielle Kontaktflächen innerhalb der Maschine sorgen dafür, dass sich Staub schon vor dem Austritt aus der Maschine zusammenlagert

Man will also nicht die Absaugung verändern, sondern den Moment, in dem der Staub überhaupt erst entsteht. Er soll sich sofort binden, bevor er in die Raumluft entweicht. Das reduziert die Feinstaubbelastung am Arbeitsplatz spürbar. Gleichzeitig verlängert sich die Standzeit von Werkzeugen und Filtern, weil weniger Feinstaub das System durchläuft. Ausserdem sinkt der Energieaufwand für die Absaugung.

Wer steht dahinter?

Die Technologie wurde über acht Jahre an der Universität für Bodenkultur Wien erforscht und ist durch zwei europäische Patente geschützt. Noch befindet sich das System in der Entwicklungsphase. Aktuell arbeitet das neu gegründete Unternehmen TriboTech an marktreifen Produkten.