Eine gute Basis
Nur 1,5% der zur Prüfung antretenden Schreinerpraktiker/innen EBA und 3,0% der Schreiner/innen EFZ schaffen den Lehrabschluss nicht. Sie stehen damit sehr weit oben im Ranking. Weitere Bauberufe stehen am anderen Ende der Rangliste: Bei den Maler/innen EFZ bestehen 21,7% nicht, noch mehr sind es bei Plattenleger/in EFZ (25,2%) und Gipser/in EFZ (32,4%). Über alle Lehrberufe hinweg beträgt die Misserfolgsquote 8,5%, wie das Bundesamt für Statistik errechnet hat.
Schulische Qualifikation
Die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung hat untersucht, warum die Unterschiede zwischen den einzelnen Abschlüssen so gross sind. Eine wichtige Rolle spielt die schulische Qualifikation der Jugendlichen. In Lehrberufen mit vergleichsweise tieferem schulischen Anforderungsniveau ist die Misserfolgsquote höher. Dies, weil Berufe mit hohen Anforderungen tendenziell die besseren Schülerinnen und Schüler anziehen.
Risikofaktoren
Weitere Risikofaktoren für das Scheitern beim Abschluss sind Brüche im Ausbildungsverlauf. Wer ein Lehrjahr wiederholen muss, hat geringere Chancen, später den Abschluss zu schaffen. Das Gleiche gilt für Jugendliche, die eine Lehrvertragsauflösung hinter sich haben, bevor sie zur Prüfung antreten. Wenn in einem Beruf viele solche Ereignisse vorkommen, sind die Erfolgsquoten tiefer als im Durchschnitt.
Frauen erfolgreicher als Männer
Die Untersuchungen zeigen auch, dass Männer im Bildungssystem etwas weniger erfolgreich sind als Frauen. Lehrberufe mit hohem Männeranteil weisen deshalb in der Regel eine tiefere Erfolgsquote auf. Bei den Schreinern ist das aber kaum spürbar. Oder positiv formuliert: Bei steigendem Frauenanteil müsste die Misserfolgsquote noch weiter sinken.
Betriebe stehen in der Pflicht
Deutlich macht die Forschung, dass die Ursachen für den Prüfungsmisserfolg nicht allein bei den Jugendlichen liegen. Zentral ist die Ausbildungsqualität der Betriebe. Je besser diese ist, desto höher die Erfolgsquote beim Abschluss. Lernende, die abwechslungsreiche Aufgaben sowie die Möglichkeit zum selbstständigen Arbeiten erhalten, schliessen häufiger erfolgreich ab. Entscheidend sind auch genügend zeitliche Ressourcen für die Ausbildung im Betrieb.

